Malprojekt Howard Hodgkin

„Da muss etwas passieren!“ Das war schon lange unser Gedanke, wenn wir den schmutzigen, dunklen und schlichtweg hässlichen Gang im 1. Stock entlanggegangen sind. Nun haben wir heuer endlich die Erlaubnis erhalten, den Gang gestalten zu dürfen – die Freude war groß! Wir wussten sofort, dass dieser Teil der Schule unbedingt etwas Knalliges, Farbenfrohes vertragen könnte. So kamen wir auf die Idee uns an den Bildern von Howard Hodgkin zu orientieren, die uns mit ihrer Farbenpracht und der außergewöhnlichen Pinselführung in ihren Bann gezogen hatten.

Zuerst war unsere Idee direkt auf die teils riesigen Wandflächen zu malen. Nachdem aber unsicher ist, ob die Wand nicht schon nächstes oder übernächstes Jahr frisch gestrichen werden sollte, entschieden wir uns dafür, die Wand zum Teil weiß zu grundieren. Für unsere Kunstwerke verwendeten wir lieber Leinwände, so können sie nach der Renovierung einfach wieder aufgehängt werden.

In zwei Projekttagen wurde nun Großartiges geschaffen. Beim Grundieren der Wand bemerkten wir sehr schnell, dass die alten Farbschichten an der Wand sich ablösen. Uns drohte die halbe Wand entgegenzukommen. Nun mussten wir uns der mühsamen Aufgabe stellen und die alten Farbschichten abkratzen, bevor die Grundierung aufgetragen werden konnte. Immer noch lösten sich dann an einzelnen Stellen Teile der Farbe ab, aber mit geschickten Pinseltupfern konnten auch jene Stellen ausreichend überdeckt werden.

Eher zufällig ergab sich die Gruppeneinteilung für die einzelnen Leinwände. Die Kinder sollten an jedem Tisch in unserem Werkraum mit der Farbe vorerst auf Packpapier experimentieren – Wie verhält sich der Pinsel? Welche Effekte kann ich wie erzielen? Wie schauen die Farben gemischt aus? Die Kinder waren so vertieft in diese Aufgabe und so erstaunt von den eigenen Ergebnissen, dass sich blitzschnell kleine Grüppchen bildeten. In diesen Gruppen sollten sich die Kinder nun auf Farbgebung und Muster einigen.

Nun durfte auf die Leinwände gemalt werden. Unter Spannung wurden die ersten Striche gemalt. Schnell zeigte sich, welche Techniken am besten funktionieren und welche Farben zusammen die beste Wirkung erzielen. Die Gruppen waren bunt gemischt. Die Zweitklässler halfen den Erstklässlern beim Mischen der Farben, dafür gab der Erstklässler den Viertklässlern schon einmal den ein oder anderen guten Tipp. Zuerst wurde in der Mitte eine Art Muster gemalt, das heißt der Pinsel immer mit ähnlichem Strich in gleicher Richtung geführt. Zum Schluss wurde ein Rahmen gemalt. Im Ganzen verlief das Malen sehr harmonisch und die Kinder, alle aus unterschiedlichen Klassen und Jahrgängen, konnten sich gut kennenlernen und wuchsen in ihrer Teamfähigkeit.

Nach einigen Tagen Trockenzeit konnten die Bilder endlich aufgehängt und den MitschülerInnen präsentiert werden. Es wurde gedreht und getauscht, bis schließlich der Gesamteindruck für alle perfekt war.

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